Mit Wagemut und Wissensdurst. Die ersten Frauen in Universitäten und Berufen.

Hardcover im Elisabeth Sandmann-Verlag, 208 S., 2. Aufl. November 2018, 24,95 €

Taschenbuch im Insel Verlag, 176 S., Juli 2020, 14 €

Mit Wagemut und Wisensdurst
mit Wagemut und Wissensdurst Taschenbuch

Was vorkommt.

Um die Jahrhundertwende erobern junge Frauen im deutschsprachigen Raum Plätze in den Hörsälen der Universitäten. Dafür überwinden sie veraltete Frauenbilder und Geschlechterklischees. Die Volkswirtin Elly Heuss gründet das Münchner-Genesungswerk für überarbeitete Mütter. Magdalene Neff führt eine Apotheke mit Angestellten.
Die Nationalsozialisten erlauben nur wenigen Frauen zu studieren und drängen sie aus den Berufen. Sie ermorden Jüdinnen wie die Professorin für Romanistik Elise Richter. Anderen gelingt die Flucht ins Ausland. Hilda Geiringer unterrichtet Mathematik an der Universität in Istanbul. Die Physikerin Lise Meitner flieht nach Schweden und arbeitet dort in einem schlecht ausgestatteten Labor.
In den zwanziger Jahren organisieren sich die ersten Berufstätigen in Verbänden und Service-Clubs. Nach dem Vorbild von Rotary-Clubs gründet die Juristin Magdalene Schoch den ersten deutschen Zonta-Club. Die Schönheitschirurgin Edith Peritz etabliert in Berlin den ersten Soroptimist-Club.

“Das wunderbare Buch von
Felicitas von Aretin”

Amory Burchardt, Der Tagesspiegel, 14. Februar 2018.

Wer vorkommt.

Die habilitierte Völkerrechtlerin und Zonta-Gründerin Magdalene Schoch (1897-1987). Die Mathematik-Dozentin in Istanbul Hilda Geiringer (1893-1973). Europas erste Pfarrerin Greti Caprez-Roffler (1906-1994), Tübingens erste Studentin Maria von Linden (1869-1936). Die Radiochemikerin Marietta Blau (1894-1970). Die Archäologie-Professorin Margarete Bieber (1879-1978). Die Leiterin des “Treffpunkts der Nobelpreisträger” Margarete Carrière-Bellardi (1885-unbekannt). Die Kunstkritikerin Carola Giedion-Welcker (1893-1979). Die Schriftstellerin und Präsidentin des Schweizerischen Bundes abstinenter Frauen Hedwig Bleuler-Waser (1869-1940). Die Werbefachfrau, Bundespräsidentengattin und Gründerin des Müttergenesungswerks, Elly Heuss-Knapp (1881-1952). Die Psychoanalytikerin Frieda Fromm-Reichmann (1889-1957). Die erste deutsche Pharmaziestudentin und Apothekerin Magdalena Neff (1881-1966). Die Chefarchitektin der SAFFA-Ausstellung in Bern Lux Guyer (1894-1955). Die erste deutsche Schönheitschirurgin und Gründerin der Soroptimist Edith Peritz (1897-1985). Die Gärtnerin, Stahlunternehmerin und Mitbegründerin des Verbandes Deutscher Unternehmerinnen Käte Ahlmann (1890-1963). Die verhinderte Nobelpreisträgerin Lise Meitner (1878-1968). Die im Widerstand tätige Botanikerin Elisabeth Schiemann (1881-1972). Die Theaterkritikerin und Anglistin Helene Richter (1861-1942). Die erste österreichische Romanistik-Professorin Elise Richter (1865-1943). Die Industriechemikerin und Sozialreformerin Marie Baum (1874-1964). Die Historikerin und Schriftstellerin Ricarda Huch (1864-1947).

Foto: Edith Peritz in ihrer Berliner Praxis: Foto aus “Mit Wagemut und Wissensdurst”. Elisabeth Sandmann-Verlag 2018.

Foto: Edith Peritz in ihrer Berliner Praxis: Foto aus “Mit Wagemut und Wissensdurst”. Elisabeth Sandmann-Verlag 2018.

Die wieder entdeckte plastische Chirurgin und Netzwerkerin Edith Peritz.

Nachdem Krieg erinnerten sich die Deutschen nicht mehr an das Schicksal von vertriebenen Jüdinnen. Eine von ihnen ist die jüdischen Breslauerin Edith Peritz.  Als Chirurgin eröffnete sie in den zwanziger Jahren in Berlin eine Praxis für ästhetische und plastische Chirurgie, Sie gründete 1930 den Soroptimist-Club für berufstätige Frauen und engagierte sich als Ortsvorsitzende im Deutschen Ärztinnenbund.
Der Aufstieg der Nationalsozialisten 1933 beendete ihre Karriere. Edith Peritz durfte Kassenpatienten nicht mehr behandeln. Der „Deutsche Ärztinnenbundes“ zwang sie zum Rücktritt. Im letzten Moment gelang ihr die Flucht in die USA, wo sie als Chirurgin eine Praxis eröffnete. Jahrelang kämpft sie darum Geld, von den deutschen Behörden zu bekommen. Sie ist stolz, Amerikanerin zu sein und hält bis zu ihrem Tod 1995 Kontakt zu ihrem Berliner Club. Die Demokratin bereist die Welt, um Völker miteinander zu versöhnen.
Ich entdeckte die Geschichte der plastischen Chirurgin neu. Erste Hinweise erhielt ich in dem Roman „Terre de Promesses. Une cronique familiale“ des Autors Joseph Pearce. Der Belgier ist der Neffe von Edith Peritz. In seinem Buch beschreibt er die Geschichte seiner Familie, die überall auf der Welt lebt.
Seit 2018 verleiht der Dortmunder Soroptimist-Club den Edith-Peritz-Preis. Die französisch-marokkanische Autorin Leila Salmanani begibt sich in ihrer 2022 erschienen Grafic Novel „Eine freie Frau. Das außergewöhnliche Leben der Suzanne Noel“ auf Spurensuche. Sie schildert das Leben der französischen Schönheitschirurgin und Feministin, die in Frankreich inzwischen sehr bekannt ist.
Diese beeinflusst ihre Schülerin Schülerin Edith Peritz maßgeblich: Sie ermutigt sie einen Club für Berufstätige zu gründen und bringt ihr in Paris das Facelifting bei. Der Mediziner Viktor Klimpel würdigt Edith Peritz in seinem 2021 erschienen Buch „Chirurginnen“ . Die Medien berichten vermehrt über die „Feministin mit dem Skalpell.“

Was die Medien schrieben (Auswahl)

super recherchiert.

“Toller Bildband über Vorbildfrauen. Super recherchiert und unterhaltsam”.

Für SIE, Nr. 16, 2. Juli 2018.

weibliche Stärke.

“Ihre Biografien sind eindrucksvolle Beispiele für weibliche Stärke”.

 Frankfurter Allgemeine Zeitung Woche, 18. Mai 2018.

spannend.

“Der Journalistin von Aretin gelingt es, ihre Leser auf spannendste Weise an dem Leben der wagemutigen Frauen teilnehmen zu lassen”.

Damals, 26. April 2018

ausgezeichnet.

“Ein mit zahlreichen Fotos unruhig, aber lebendig gestalteter Band mit ausgezeichneten Literaturangaben.”

Neue Züricher Zeitung am Sonntag, 25. März 2018.

selten so komprimiert.

“Es lädt zum Weiterlesen über ein Thema ein, das als Ausschnitt der Gesellschaftsgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nur selten so komprimiert geboten wird.”

Max Planck Forschung, Das Wissenschaftsmagazin der Max-Planck-Gesellschaft 2/2018

anschaulich.

“Es sind 21 beeindruckende Biografien, die Felicitas v. Aretin da zusammengetragen hat, anschaulich ergänzt durch Fotos und Zitate. Diese Frauen haben Meilensteine in der Emanzipation gesetzt und zum Teil auch in ihren jeweiligen Berufen – aber gewürdigt wurden sie bis heute kaum dafür.”

Süddeutsche Zeitung, 11. Mai 2018

mutig.

“Doch wer das Buch `mit Wagemut und Wissensdurst´von Felicitas von Aretin liest, lernt 21 mutige Frauen kennen, die sich ihren Platz an Hochschulen und im Berufsleben erkämpft haben.”

Deutsche Universitätszeitung 29. Juni 2018.

Warum ich dieses Buch schrieb.

Während meiner Max-Planck-Zeit entwickelte mein Referat, ein Marketingkonzept für das wieder eröffnete Berliner Harnack-Haus. Seit Eröffnung des Tagungshauses 1929 traf sich hier die internationale Wissenschaftselite, bekannte Politiker, Industrielle, Künstler und Staatsgäste. Darunter viele Frauen wie die Physikerin Lise Meitner, die Journalistin Agnes von Zahn-Harnack oder die Sozialarbeiterin Anna von Gierke. Ich beschloss, den ersten, oft unbekannten Akademikerinnen ein Buch zu widmen und es um Frauen zu ergänzen, die nicht im Harnack-Haus verkehrten, sondern als Anwältinnen, Ärztinnen oder Architektinnen arbeiteten.

Berliner Harnack-Haus

Porträtgalierie im Harnack-Haus. Foto: MPG

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