Bücher von Felicitas v. Aretin

Mit Wagemut und Wissensdurst: Die ersten Frauen in Universitäten und Berufen

Mit Wagemut erobern die ersten Studentinnen Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur Plätze im Hörsaal, sondern drängen als Pionierinnen in Berufe, die Männern vorbehalten waren. Ob als Ärztin, Anwältin, Physikerin, Archäologin, Pharmazeutin, Volkswirtin, Historikerin oder Pfarrerin.Diese wissensdurstigen ersten Akademikerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kämpfen gegen Widerstände für ein selbstbestimmtes wie unabhängiges Leben. Sie habilitieren sich, machen Karriere im Labor, in der Praxis oder als Selbständige - und sorgen parallel für Familie und Freunde. Zielgerichtet gründen sie Berufsverbände, da die ersten Akademikerinnen wissen, dass sie nur international vernetzt die Isolation nach dem Ersten Weltkrieg überwinden können. So werden sie zu den Netzwerkerinnen der ersten Stunde, was sich in der NS-Zeit als rettend erweist.Porträtiert werden 21 Frauen, darunter u.a. die Radiophysikerin Lise Meitner, die Schriftstellerin Ricarda Huch, die Romanistik-Professorin Elise Richter, die Chirurgin Edith Peritz, die Gründerin des Müttergenesungswerks Elly Heuss-Knapp und die Stahlunternehmerin Käte Ahlmann.Erstmals zeichnet Felicitas v. Aretin verschiedene akademische Berufswege der Pionierinnen nach - und schließt damit eine wesentliche Lücke.

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Die Enkel des 20. Juli 1944

1994 erwischte mich der fünfzigste Jahrestag des Attentats. Seit kurzem lebte ich in Berlin. In der Redaktion des Tagesspiegels wurde ich aufgefordert, einen Artikel zum 20. Juli zu schreiben. In meiner damaligen Navität stellte ich mir vor, dass ich darüber wie über eine Kunstausstellung, einen Roman schreiben könnte. Doch das konnte ich nicht. Ich erinnere mich an einen schwülen Sonntag, an dem ich eine Kolumne über meine Rolle als Enkelin schreiben sollte. Meine Leichtigkeit verflüchtigte sich mit der ersten Zeile. Die Schreibhemmung hatte mich über Tage im Griff. Schließlich schrieb ich sehr verschlüsselt über die schwierige Situation, Enkelin eines Familienhelden zu sein, der in der öffentlichen Meinung mitunter in der Kritik stand. Daraufhin beschloss ich, endlich ein Buch über die Auswirkungen des 20. Juli auf die Enkelgeneration zu schreiben, was ich seit meinem Abitur vorhatte.

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Weltlage. Der 11. September, die Politik und die Kulturen

Die Terroranschläge vom 11. September 2011 erschütterten die westliche Welt. In Echtzeit sassen Menschen in der ganzen Welt vor ihren Fernsehern und sahen zu, wie drei entführte Verkehrsflugzeuge ins World Trade Center und in das Pentagon steuerten. Ich habe den Tag in Lissabon verbracht und hielt die Szene erst für einen Spielfilm, da ich kein Portugiesisch verstand. Damals arbeitete ich als Pressesprecherin an der Freien Universität in Berlin, einer Universität mit einem weiten Fächerspektrum. Gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten entstand die Idee, die wissenschaftliche Expertise an der Hochschule in einem Buch zu bündeln, um die Hintergründe zu erklären, die zu den Attentaten des 11. Septembers führten.

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Denk Orte. Max-Planck-Gesellschaft und Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Brüche und Kontinuitäten.

Die Max-Planck-Gesellschaft ist heute die renommierteste deutsche Organisation für Grundlagenforschung. Ihre Geschichte ist ebenso glanzvoll wie problematisch, denn sie trat 1948 das Erbe der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft von 1911 an. Mit ihr blickt sie einerseits auf Nobelpreisträger wie Albert Einstein, Max Planck und Otto Hahn zurück, andererseits auf ein bedrückendes Erbe, denn Wissenschaftler der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft kooperierten auch mit dem NS-System. Der von der MPG herausgegebene und von mir mit konzipierte Band reflektiert zum 100. Gründungsjahr der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft die Geschichte beider Einrichtungen in Fotografien, Essays und Interviews. Er erzählt mit Blick auf bestehende oder aufgegebene Bauten, in denen Forschung gemacht wurde und wird, und auf die Menschen in ihnen ein herausragendes Kapitel der jüngeren Wissenschaftsgeschichte. Darin haben nicht nur naturwissenschaftliche Entdeckungen wie die Kernspaltung von 1938 ihren Platz, sondern auch so bedeutende geistesgeschichtliche Orte wie die 1913 eröffnete Bibliotheca Hertziana für Kunstgeschichte in Rom. In dem Eingangskapitel "Im Zeichen der Minerva" analysiere ich den langsamen Emanzipationsprozess der Max-Planck-Gesellschaft einerseits Verantwortung für die Vergehen der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zu übernehmen, andererseits sich allmählich aus der Tradition von Gedenkritualen und Symbolen zu lösen.

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50 Jahre Freie Universität Berlin

Die Freie Universität Berlin war schon immer anders: 1948 von Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gegründet, unterstützt von den amerikanischen Alliierten und Berliner Politikern. Auslöser war die Verfolgung systemkritischer Studierender an der damaligen Universität Unter den Linden im sowjetischen Sektor des geteilten Berlins. Frei von politischem Einfluss wollten Studierende und Wissenschaftler an der Freien Universität lernen, lehren und forschen. Der Fotoband erzählt die bewegte Geschichte der Universität seit ihrer Gründung, die auf das Gelände des ehemaligen "deutschen Oxfords" zog, wo viele Kaiser-Wilhelm-Institute ihren Sitz hatten. International ausgerichtet in einer geteilten Stadt, machte die Studentenunruhe von 1968 die Hochschule weltberühmt.

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