Die Enkel des 20. Juli 1944.

Wie die deutsche Gesellschaft mit dem Attentat auf Hitler umgeht.


Die Enkel des 20. Juli 1944.

Was vorkommt.

Traumata können sich bis in die Enkel- und Urenkelgeneration auswirken. In den achtziger Jahren beschäftigen sich Romane und Forschung mit den Folgen der NS-Zeit auf die Nachkommen von Tätern und Opfern. In Widerstandsfamilien bleibt es hingegen lange ein Tabu, seelische Auswirkungen zu thematisieren. Weil ich die “Spirale des Schweigens” in diesen Familien besser verstehen will, führe ich zahlreiche Gespräche mit Enkeln und Enkelinnen und stelle die Doppelporträts von Enkel/in und Großvater in den zeithistorischen Kontext. Ich erzähle, wie die Nationalsozialisten nach dem Attentat Rache an den Nachkommen nehmen und zeichne den Umgang beider deutschen Gesellschaften mit einem ambivalenten Datum nach. Außerdem analysiere ich die verschiedenen Rezeptionsphasen politischer Instrumentalisierung – vom Widerständler zum Staatshelden.

Felicitas von Aretin. Die Enkel des 20. Juli 1944. Faber & Faber, Leipzig 2004. ISBN: 9783936618402, 348 Seiten.


Meine Großeltern, Erika von Tresckow, geb. von Falkenhayn und  Henning von Tresckow. Foto: privat.

Warum ich dieses Buch schrieb.

1994 “erwischte” mich der 50. Jahrestag des “20. Juli 1944”. Seit kurzem volontierte ich beim “Tagesspiegel” und sollte einen Artikel über das Hitler-Attentat schreiben. Ich erinnere mich noch an jenen schwülen Sonntag, an dem es mir misslang, eine Kolumne über meine Rolle als Enkelin zweier Großväter im Widerstand zu schreiben: Der eine, Henning von Tresckow, Generaloberst, der andere, Erwein von Aretin, Journalist und Monarchist. Meine Leichtigkeit wich einer tagelangen Schreibhemmung. Ich merkte, wie sehr mich das Thema emotional berührte und welche große Rolle es in meiner Familie gespielt hatte. Ich machte mich auf die Suche nach anderen “Enkeln und Enkelinnen”, um den Ursachen des Attentats im Familiengedächtnis nachzuspüren. Pünktlich zum 60. Jahrestag und nach vielen bewegenden Treffen lag mein Buch “Die Enkel des 20. Juli” vor.

Meine Großeltern, Erika von Tresckow, geb. von Falkenhayn und Henning von Tresckow. Foto: privat.


Wer vorkommt.

Die Ethnologin Beatrix Heintze (1939)und der Leipziger Textilunternehmer Walter Cramer (1886-1944). Die Krankengymnastin Constanze Kuntze (1962) und der Gewerkschaftler Hermann Maaß (1897-1944)Der italienische EU-Diplomat Corrado Pirzio-Biroli (1940) und der deutsche Botschafter Ulrich v. Hassell (1881-1944). Die Psychotherapeutin Maria-Theresia Rupf-Bolz (1953) und der württembergische Staatspräsident Eugen Bolz (1881-1945). David Heinemann (1954) und der SPD-Politiker und Journalist Julius Leber (1891-1945). Der ZEIT-Redakteur Jens Jessen (1955) und sein gleichnamiger Großvater, der Staatswissenschaftler Jens Jessen (1895-1944).Der Filmproduzent Clemens Schaeffer (1978) und Oberstleutnant Karl Ernst Rahtgens (1908-1944).Der Bühnentechniker Christian Lindemann (1953) und General Fritz Lindemann (1894-1944).Der Rechtswissenschaftler Hermann Pünder (1966) und sein gleichnamiger Großvater Herrmann Pünder (1888-1976).Die Künstlerin Sascha Hendrikoff (1965) und der Landwirt Michael v. Hofacker und ihr Großvater Oberstleutnant Cäsar v. Hofacker (1896-1944).


“Trotz aller historischen Fakten ist das Buch eine sehr persönliche Auseinandersetzung der Autorin mit dem, was ihrer Familie passierte.”

Agnes Steinbauer, Deutschlandfunk.

Was die Medien schrieben (Auswahl)

Große Bandbreite

„Mit Hilfe der Porträts ist es Felicitas v. Aretin zusätzlich gelungen, Einblicke in die große Bandbreite des Widerstands zu geben, in der nicht nur die allgemein bekannten Namen auftauchen.” 

Agnes Steinbauer, Deutschlandfunk, 19. Juli 2004.

Beeindruckend.

“Felicitas von Aretin hat eine beeindruckende Arbeit vorgelegt, die den Umgang mit dem Widerstand vom 20. Juli 1944 durch die Kinder- und Enkelgeneration analysiert.”

Joachim Scholtyseck, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Juli 2005.

Lücke geschlossen.

“Die Kinder und Enkel des 20. Juli 1944 sind bislang von der historischen Forschung ausgeklammert worden. Um diese Lücke zu schließen hat sich Felicitas v. Aretin auf die Suche nach den Nachfahren des Widerstands begeben”.;

Felix Müller, “Die WELT”. 20. Juli 2004.


 

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