Lebe Deine Träume

Geschichten habe ich schon als Kind geliebt. Mit Wonne konnte ich den Erzählungen meiner zahlreichen Onkeln, Tanten, Cousinen und Großcousins lauschen oder mich von den fantasievollen Geschichten meines Vaters in eine andere Welt entführen lassen. Früh begann ich Geschichten zu erfinden, die in fernen Jahrhunderten spielten und in denen meist eine Prinzessin, bisweilen ein Drache eine Rolle spielten. Im Gymnasium wählte ich Deutsch und Geschichte als Leistungskurs. Im Studium fokussierte ich mich auf mittelalterliche Geschichte, Kunstgeschichte und Bildungsgeschichte. Mich fasziniert, was Menschen zum Handeln bewegt, was Persönlichkeit ausmacht, wie Charisma wirkt und warum manche Menschen Angst vor ihrer eigenen Courage haben. Vielleicht, weil es in meiner Familie viele Charaktere gab, an denen ich mich reiben konnte. Aus dem Verstehen heraus, Geschichte und damit Familiengeschichte einordnen zu können, schrieb ich mein erstes Buch über die Auswirkungen des 20. Juli 1944 auf die Enkelgeneration. In meiner Familie prägten vor allem Männer Geschichte, auch, wenn ohne die starken Frauen im Hintergrund vieles nicht möglich gewesen wäre. Vielleicht aus diesem Grund begann ich mich mehr und mehr für charaktervolle Frauen zu interessieren. Im Rahmen einer Ausstellungskonzeption für das Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft stieß ich bei den Recherchen auf die vielen spannenden, mir zunächst unbekannten Wissenschaftlerinnen neben der österreichischen Physikerin Lise Meitner. Allen war ein unbändiger Wille eigen, Grenzen zu sprengen und sich die eigene Freiheit wie Unabhängigkeit durch Bildung zu erobern. Ich beschloss, den ersten berufstätigen Akademikerinnen ein Buch zu widmen, das ich auf die ersten Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen ausdehnte. Damit kehre ich zu dem zurück, was mir von Kindheit an Spaß gemacht hat und wofür ich brenne: Die Welt durch Geschichten zu erklären, um sie dadurch vielleicht ein Stück weit verständlicher und damit besser zu machen.