Reisen in unbekannte Klosterwelten

Welche faszinierende Welt mir in Klöstern begegnete…

In den vergangenen Monaten unternahm ich eine persönliche Reise: Ich besuchte spirituelle Frauengemeinschaften im deutschsprachigen Raum. In buddhistischen Theravada-Klöstern faszinierte mich das Meditieren. Im griechisch-orthodoxen Kloster überwältigte mich die Gastfreundschaft. In niedersächsischen Damenstiften bewunderte ich das Füllhorn gotischer Kunst. Katholische Klöster wirkten auf mich oft verschlossen, auch hier lernte ich charismatische Persönlichkeiten kennen.

Quelle: Getty Images

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Doch nahmen mich hier Jahrhundertealte Rhythmen, Stundengebete, Choräle und Gebet in Atem. Ich lernte viel über nachhaltige Landwirtschaft, ökologischen Obstanbau, werteorientierte Mitarbeiterführung und auf tiefe Gläubigkeit. Bei einem Bedeutungsverlust von Religion interessierten mich Zukunftsvisionen der Orden, die mit Überalterung, Nachwuchssorgen und Aufgabe von sozialen Einrichtungen kämpfen und sich eine Gleichstellung von Frauen wünschen. Die Reise durch unterschiedliche Ordensgemeinschaften veränderte mich. Nachzulesen im Blog und in meinem Buch “Starke Schwestern”, das im Herbst erscheint.

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… und was ich gerne weitergebe möchte

Meine Erfahrungen und Expertise möchte ich weitergeben. Ab Sommer biete ich individuell gestaltete Reisen für kleine, intime Gruppen an und zwar nur dort, wo ich von der Reformfähigkeit des Klosters überzeugt bin und ein gutes Verhältnis zu Äbtissinnen, Priorinnen und Ordensschwester aufbauen konnte. Auf dieser Vertrauensbasis werden uns Klosterpforten geöffnet, damit wir ehrliche und authentische Einblicke in die Höhen und Tiefen des Klosterlebens gewinnen können. Wir erfahren wie Klöster, alte Gewerke, beispielsweise die Paramenten-Stickerei oder das Kerzendrehen neu beleben.

Kerzen in einem orthodoxen Kloster Quelle: Getty Images

Klostergarten Quelle: Getty Images

Klostergärten, regionale Küche im Remter

Wir streifen durch Klostergärten und lernen die Heilkraft von Kräutern kennen. Wir erfahren von der langen Tradition in Klöstern, sich für Ökologie, Nachhaltigkeit und Anbau regionalen Obst und Gemüses zu engagieren und ihre Betriebe werteorientiert zu führen. Wir testen Bio-Wein im Keller und Speisen nach uralten Klosterrezepten. Wir sitzen in buddhistischen Klöstern auf der Yogamatten und spüren das Gras bei Meditationen. Wir lassen uns von uralten Chorälen verzaubern und freuen uns an der Fülle kostbarer Preziosen, barocker Kirchen, Pagoden und Denkmälern.

Näheren Sie sich in Ihrem Tempo und genießen

Zu den Besonderheiten der Klosterwochenenden gehört, dass Sie sich in unterschiedlichen Langsamkeiten dem Klosterleben nähern können: Niemand zwingt sie, in einer Zelle zu übernachten oder morgens die Laudes zu beten. Sie bestimmen, welche Schwerpunkte Sie legen wollen, ob Sie sich mehr in die historische Klostertradition und die Kunst vertiefen wollen, sich für klösterliche Betriebswirtschaft und Mitarbeiterführung interessieren oder Ruhe in Achtsamkeit und Spiritualität suchen. Ich begleite sie fachkundig und engagiert auf Ihrer/Deiner Reise.

Dem Himmel so nah. Quelle: Getty Images

Geplante Reisen ab Sommer 2022

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Unsere erste Reise führt uns vom 24. Juni bis 26. Juni in die evangelischen Damenstifte Walsrode und Wienhausen mit ihren weltberühmten Kunstschätzen. Nähere Informationen finden Sie hier in Kürze.

Kloster Wienhausen und Kloster Walsrode – Quelle: Klöster

Im Oktober tauchen wir in der Rüdesheimer Abtei St. Hildegard in das Leben der Heiligen samt ihrer Spiritualität und Heilkunst ein, lernen das Klosterweingut und die Werkstätten kennen.

Abtei St. Hildegard Quelle: Getty Images

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Anschließend näheren wir uns dem buddhistischen Dharmazentrum Möhra, wo wir Achtsamkeit und Meditation des tibetischen Buddhismus kennenlernen.

Im Kloster entschleunigen, genießen, Spiritualität leben

Seit Jahrhunderten strahlen Klöster Ruhe und Geborgenheit aus. Mit ihren uralten Gemäuern, duftenden Heilkräutergärten und gregorianischen Gesängen bilden sie Ruheinseln, die ermöglichen, sich wieder selbst zu spüren. Die spirituellen Kraftorte laden zum Stillwerden, Runterkommen und Genießen ein. Hier verlangsamt sich das Leben. Der rhythmisierte Tag vermittelt Struktur.

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Dennoch wirkt Klosterwelt für uns entrückt, Ordensleute aus der Zeit gefallen. Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, findet derzeit ein Transformationsprozess statt: Buddhistische Nonnen gründen Frauenklöster; orthodoxe Nonnengemeinschaften übernehmen katholische Klöster. Und in Zeiten gesellschaftlicher Kirchenferne und -Kritik müssen auch katholische Orden sich neu erfinden, die außerdem mit Nachwuchssorgen, Überalterung und Aufgabe ihrer Wirtschaftsbetriebe kämpfen. Wie Wandel positiv gestaltet wird, zeigen ausgesuchte Ordensschwestern, die Klosterleben im urchristlichen Sinne denken, sich für das Frauen-Priestertum einsetzen und die christliche Werte auf innovative Weise vermitteln, ohne Ordenstraditionen aufzugeben.

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