50 Jahre Freie Universität Berlin

50 Jahre Freie Universität Berlin

Seit dem 4. Dezember 1948 gibt es die Freie Universität Berlin. Groß geworden in einer geteilten, isolierten und häufig bedrohten Stadt, hat die Universität auch später selten ruhige Zeiten erlebt. Mehr als andere deutsche Hochschulen war sie eine bewußt politische Universität, eprägt durch Liberalität, Internationalität und Offenheit. Nach den Erfahrungen der NS-Diktatur wollten hier junge Menschen ohne Propaganda lernen und studieren und setzten eine Universitätsgründung in West-Berlin durch, für die sie überall in der Stadt Bücher und Möbel sammelten. Repräsentanten des geistigen und wissenschaftlichen Lebens aus vielen Teilen der Welt kamen, um die Gründung zu unterstützen.

In den Anfangsjahren wurde die Universität besonders von den Amerikanern gefördert. Bis 1967 erhielt die Freie Universität insgesamt 79,5 Millionen Mark aus Mitteln des State Departments und 16,6 Millionen Mark von der Ford Foundation. Diese Summen unterstützten  zahlreiche Neubauten wie den Henry-Ford-Bau, die Universitäts-Bibliothek und die Mensa sowie einzelne Institute, die den Campus in Dahlem prägten. Auch das Benjamin Franklin Klinikum geht auf eine amerikanische Spende zurück. Der charismatische Präsident John F. Kennedy hielt an der Freien Universität 1963 seine berühmte Rede. Wenige Jahre später löste die Ermordung des Studenten Benno Ohnesorg Jahre des antiautoritären Studentenprotests aus. Nach der Wiedervereinigung und der Einsparung von einer Milliarde durch den Hochschulstrukturpakt büßte die Freie Universität Fächer ein, um sich auf eine stärkere Leistungsorientierung in Lehre und Forschung zu fokussieren.

Der 1998 von mir betreute Band erzählt die wechselhafte Geschichte der Freien Universität nach und bilanziert Stationen der Hochschulpolitik. Zu Wort kommen Mitarbeiter aus  verschiedenen Bereichen: Lehrende, Studierende, Angestellte. Reich bebildert mit Fotografien aus fünf Jahrzehnten zeichnet der Band das Bild einer Institution mit einer ungewöhnlichen Biographie und einem eigenen Charakter.

Beiträge von Felicitas v. Aretin

  • Eine Universität im Grünen
  • Endlich über fünfzig: Der Wissenschaftler Dieter Lenzen
  • Verwaltungswege: Eine Apologie der Rastermappe
  • Im Dschungel der Verwaltung: Portraits aus der Fachbereichsverwaltung
  • Der Club der lebenden Dichter